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11.03.2014
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1,7 Millionen Euro Forschungsmittel für Leberspezialisten des UKS

In diesem Monat ist die neue bundesweite Studie zur Prävention von Infektionserkrankungen bei Patienten mit Leberzirrhose (INCA) gestartet, die federführend von Prof. Frank Lammert, Direktor der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums des Saarlandes, initiiert und organisiert wurde.

 

Die INCA-Studie wird im gemeinsamen Förderprogramm "Klinische Studien" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt 1,7 Millionen Euro unterstützt. Die erste Patientin, die in die Studie aufgenommen werden konnte, stammt aus dem Saarland. Die Studie wird bundesweit Patienten behandeln, die aufgrund einer Leberzirrhose Bauchwasser entwickelt haben. Die Leberzirrhose, auch "Schrumpfleber" genannt, ist die gemeinsame Endstrecke aller chronischen Lebererkrankungen und der häufigste Grund für eine Lebertransplantation. Patienten mit Leberzirrhose haben ein 10-fach erhöhtes Risiko, bakterielle Infektionskrankheiten zu erleiden und an diesen zu versterben. Am häufigsten wird die Infektion des Bauchwassers, die so genannte "spontane bakterielle Peritonitis", beobachtet.

Professor Dr. Frank Lammert, Direktor der Klinik für

Innere Medizin II – Gastroenterologie und Endo-

krinologie des UKS (Foto: Lammert)

Im Sinne des Konzepts einer "personalisierten Medizin" wird in der Studie erstmals die Entscheidung für eine Antibiotikaprophylaxe bei Zirrhosepatienten auf Basis eines genetischen Risikomarkers – des "NOD2-Gens" – getroffen. Ziel ist eine für jeden Leberpatienten "maßgeschneiderte" Prävention. Mitglieder der Arbeitsgruppe von Prof. Lammert konnten kürzlich erstmals das NOD2-Gen als Marker für die Entstehung infektiöser Komplikationen und eine höhere Sterblichkeit bei Zirrhosepatienten identifizieren.

 

Das Design der INCA-Studie wurde am UKS entwickelt und hat das Ziel, die Überlebenschancen von Patienten mit Leberzirrhose, die auf eine Transplantation warten, durch eine Behandlung mit einem bestimmten Antibiotikum zu verbessern. Da momentan noch bis zu 50% der Patienten auf der Warteliste an den Folgen infektiöser Komplikationen versterben, bietet sich mit dieser Studie ein wichtiger Ansatz zur Verbesserung der Versorgung chronisch Leberkranker im Saarland.

 

Für die Studie werden insgesamt fast 2.000 Patienten in Deutschland untersucht, von denen 186 Patienten über 2 Jahre in die Studie eingeschlossen werden können. Das Projektmanagement erfolgt zusammen mit dem Studienzentrum Bonn (SZB). Im Rahmen des Projekts sind weitere Kooperationen mit dem Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern, das ebenfalls Patienten für die Studie rekrutieren wird, und der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, die die anonymisierte Studienauswertung vornimmt, vereinbart worden.

 

Patienten, die an einer Leberzirrhose leiden, sind aufgerufen, sich bei Interesse an die Ansprechpartner im UKS zu wenden.

 

Kontakt

Prof. Dr. Frank Lammert

und Dr. Markus Casper

Klinik für Innere Medizin II – Gastroenterologie und Endokrinologie

Universitätsklinikum des Saarlandes

Kirrberger Str. 100

66421 Homburg

 

Studienzentrale der Klinik für Innere Medizin II:

Telefon: 0 68 41 / 16 - 2 35 77

Fax: 0 68 41 / 16 - 2 35 83

E-Mail: markus.casper @uks.eu

 

www.uks.eu/gastroenterologie