Foto: MEDICA
MEDICA Excellence Award Preisträger Kat. 1:
Die Gewinner der Kategorie "Exzellenz im täglichen Betrieb"
RAUMEDIC AG mit dem Universitätsklinikum des Saarlandes
(Horst Giesen, Director MEDICA, 1.v.l., Martin Bayer, Vorstand Raumedic AG, 3.v.l., Professor Dr. Wolf-Ingo Steudel, Universitätsklinikum des Saarlandes, 4.v.l.)
Düsseldorf - Der "MEDICA Excellence Award", unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, wurde erstmalig in diesem Jahr von der MEDICA verliehen. Mit mehr als 4.500 Ausstellern aus über 60 Nationen ist die MEDICA in Düsseldorf die weltgrößte Medizinmesse. Sie fand in diesem Jahr vom 16. - 19. November 2011 statt.
Das Universitätsklinikum des Saarlandes und die RAUMEDIC AG erhielten die Auszeichnung für das Telemetriesystem zur ICP Messung in der Kategorie "Exzellenz im täglichen Betrieb".
In jeweils vier Kategorien wurden die besten Innovationen für eine effiziente und wirkungsvolle medizinische Versorgung in einer Klinik oder einem medizinischen Versorgungszentrum prämiert.
Schon im Oktober 2010 wurde über das weltweit erste Funkimplantat zur Langzeitmessung des Hirndrucks berichtet. (Auszüge aus der Presseinformation der Universität des Saarlandes):
Das Implantat zur telemetrischen Hirndruckmessung haben Ingenieure, Industriepartner und Mediziner gemeinsam entwickelt. Der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Homburger Universitätsklinikums Professor Wolf-Ingo Steudel sucht seit Beginn der Achtzigerjahre nach einer Möglichkeit, Patienten mit erhöhtem Hirndruck einen regelrechten Operationsmarathon zu ersparen. „Es gibt Patienten mit Hydrocephalus, die werden im Leben 10-, 15- oder gar 20-mal operiert“, erklärt Steudel, der vor seinem Amtsantritt als Direktor des Uniklinikums Leiter der Klinik für Neurochirurgie in Homburg war.
Hydrocephalus-Patienten wird meist ein so genanntes Shuntsystem implantiert. Mit einem dünnen Schlauch wird überschüssige Hirnflüssigkeit in die Bauchhöhle oder das Herz abgeleitet. So wird der Druck reduziert. Reguliert wird die Menge der abzuleitenden Flüssigkeit über ein kleines Ventil. Funktioniert dieses System jedoch nicht richtig, können die Patienten unter Symptomen für erhöhten Hirndruck leiden. „Man weiß dann oft nicht, was los ist“, beschreibt Wolf-Ingo Steudel das Problem. Denn eine sichere Analyse des Hirndruckes ist in solchen Fällen bisher nur durch eine erneute Operation möglich. Die Mediziner müssen also oft rein auf Verdacht den Schädel öffnen.
Den Forschern im „iShunt“-Projekt ist es weltweit zum ersten Mal gelungen, eine Telemetriesonde zu entwickeln, die den Hirndruck über einen langen Zeitraum verlässlich messen und nach außen übermitteln kann. Der Sensor zur Druckmessung und die Antenne zur Datenübertragung befinden sich in einem Implantat unter der Haut. Über ungefährliche Funkwellen kann der Hirndruck dann durch die Haut über ein Lesegerät erfasst werden. „Stellt ein Arzt fest, dass der Druck tatsächlich zu hoch oder zu niedrig ist, kann er ohne erneute Operation das Ventil am Shuntsystem weiter öffnen oder schließen“, erklärt Steudel.
Die Krankheit entsteht, wenn mehr Hirnflüssigkeit gebildet wird, als abfließen kann. Dies führt zu einer Erhöhung des Hirndruckes. Wird dieser Druck zu hoch, leiden die Betroffenen zum Beispiel oft unter Kopfschmerzen, Gangstörungen, Inkontinenz und Demenz.
Neurochirurgen der Saar-Uni aus der Forschungsgruppe „Hydrocephalus und Hirndruck“ unter Professor Dr. Wolf-Ingo Steudel haben gemeinsam mit Wissenschaftlern der RWTH Aachen und dem Industriepartner Raumedic weltweit erstmalig ein Implantat entwickelt, mit dessen Hilfe der Hirndruck von außen über einen längeren Zeitraum abgelesen werden kann. Bisherige Implantate bergen eine zu große Infektionsgefahr. Daher ist die Implantationsdauer solcher herkömmlicher Drucksonden auf etwa eine Woche begrenzt.
Kontakte für Journalisten:
Professor Dr. Wolf-Ingo Steudel
Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKS
Universitätsklinikum des Saarlandes
66421 Homburg
Tel.: 06841 1624014
Ansprechpartner für den "MEDICA Excellence Award":
Sandra Meven
MCG Healthcare Relations GmbH
Tel. +49(0)211-58 33 57 516
E-Mail: sandra.meven@mcg-hr.de
