Der mit 5.000 EURO dotierte Förderpreis ist nach dem Gründer der Stiftung, Alois Lauer, benannt. Alois Lauer wurde 1901 in Nalbach geboren und ist 1984 als Ehrenbürger der Stadt Dillingen/Saar verstorben. Mit dem Förderpreis für Medizin zeichnet die Alois-Lauer-Stiftung jedes Jahr junge im Saarland tätige Wissenschaftler aus, die auf dem Gebiet der Medizin herausragende Leistungen erbracht haben.
Der diesjährige Förderpreis wurde am 22. November 2011 an Privat-Dozent Dr. med. Gunnar Heine verliehen. Dr. Heine arbeitet als Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin IV, Nieren- und Hochdruckkrankheiten, im Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg/Saar. Dr. Heine ist vom Gutachtergremium für seine Arbeit zum Thema „CD14++CD16+ monocytes and cardiovascular outcome in patients with chronic kidney disease“ ausgewählt worden.
Patienten mit chronischer Nierenerkrankung weisen eine massiv beschleunigte Gefäßverkalkung („Atherosklerose“) auf, die in einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle mündet. Leider schützen traditionelle Therapiestrategien wie die Einnahme von Cholesterinsenkern bei nierenkranken Menschen nicht in gleicher Weise wie bei Nierengesunden vor solchen Komplikationen. Daher erscheint ein besseres Verständnis der Pathophysiologie der Atherosklerose nierenkranker Menschen erforderlich, um effektivere Therapiestrategien für diese Patienten zu entwickeln.
In der Entstehung atherosklerotischer Gefäßläsionen spielen Entzündungszellen
- insbesondere sogenannte Monozyten, welche physiologischerweise im menschlichen Blut zirkulieren - eine zentrale Rolle. Die Arbeitsgruppe von Dr. Heine konnte in Vorarbeiten erkennen, dass sich Monozyten von nierenkranken Menschen und gesunden Vergleichspersonen unterscheiden, da Nierenkranke vermehrt besonders entzündungsfreudige („proinflammatorische“) Monozyten aufweisen, welche als CD14++CD16+ Monozyten bezeichnet werden.
Die prämierte Arbeit untersuchte nun bei Patienten mit leicht- bis mittelgradiger chronischer Nierenerkrankung, welche (noch) keiner Dialysetherapie bedürfen, ob diese CD14++CD16+ Monozyten Risikofaktoren für das spätere Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen sind. Die Arbeitsgruppe untersuchte daher bei 119 Patienten mit nicht-dialysepflichtiger CKD die Zellzahlen der CD14++CD16+ Monozyten.
Nach einer Beobachtungszeit von fünf Jahren konnte die Arbeitsgruppe um Dr. Heine zunächst bestätigen, dass die untersuchten nierenkranken Menschen ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle haben. Interessanterweise waren diejenigen Patienten, die zu Studienbeginn besonders viele CD14++CD16+ Monozyten aufwiesen, in besonderer Weise gefährdet.
CD14++CD16+ Monozyten sind somit Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei nierenkranken Menschen. Auf der Basis dieser Ergebnisse möchte die Arbeitsgruppe von Herrn Dr. Heine nun in einem nächsten Schritt überprüfen, ob CD14++CD16+ Monozyten Ziele neuer Therapiestrategien bei nierenkranken Menschen sein könnten.
