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07.06.2013
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Wissenschaftspreis der Stadt Homburg 2013 für Dr. Matthias Hohl und Dr. Aiman Saab

Dr. Mathias Hohl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Christoph Maack, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin; Leiter: Prof. Dr. Michael Böhm) und Inhaber einer Heisenberg Professur für Kardiovaskuläre Physiologie und Bioenergetik. Die Arbeit von Dr. Mathias Hohl analysierte epigenetische Veränderungen am Herzmuskel bei Patienten mit Herzschwäche. Epigenetische Modifikationen betreffen das sogenannte Chromatin und haben hierdurch einen Einfluss auf die „Verpackung“ der Erbinformation der Zellen, der DNA. Dr. Hohl fand einen neuartigen Regulationsmechanismus heraus, über den krankmachende Gene im Herzen angeschaltet werden können. Diese neuen Erkenntnisse könnten dabei helfen, neue Therapiestrategien für Patienten mit Herzschwäche zu entwickeln. Die Arbeit wurde in der Zeitschrift „Journal of Clinical Investigation“ veröffentlicht (Ausgabe März 2013: http://www.jci.org/articles/view/61084).

v.l.n.r.: Der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes, Prof. Michael Menger, Dr. Mathias Hohl, Bürgermeister Klaus Roth, Dr. Aiman Saab und der Leiter der VHS, Willi-Günther Haßdenteufel  Foto: Stadt Homburg

Dr. Aiman Saab forscht in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Frank Kirchhoff am Institut für Physiologie. Er beschäftigt sich mit der Kommunikation von Gehirnzellen und ihrer Wirkung auf die Feinmotorik. Forschungen der letzten Jahre haben Transmitter-Rezeptoren als wichtige molekulare Schaltstellen der Nervenzellen herausgearbeitet. Den benachbarten Gliazellen wurde dabei aber nur eine unterstützende Funktion zugebilligt. In einem komplexen genetischen Model ließ Herr Saab zunächst die Rezeptor-Gene selektiv aus den Gliazellen lebender Mäuse herausschneiden und verhinderte damit deren Neuproduktion. Nach wenigen Wochen waren die Rezeptoren nicht nur vollständig abgebaut, im Elektronenmikroskop konnte man auch sehen, dass sich die Fortsätze der Gliazellen von den neuronalen Schaltstellen zurückgezogen hatten. Das Feuern der benachbarten Nervenzellen geriet dabei soweit aus dem Takt, dass die Rezeptor-losen Mäuse zwar noch durch den Käfig laufen konnten, sie aber beim Rennen über eine Leiter mit Hindernissen ins Stolpern gerieten.

Mit dieser technologisch sehr aufwändigen Studie wurde zum ersten Mal die direkte Funktion von Transmitter-Rezeptoren auf Gliazellen gezeigt.

Seine Arbeit "Bergmann Glial AMPA Receptors Are Required for Fine Motor Coordination", wurde in der renommierten Fachzeitschrift Science publiziert. (Ausgabe 337, 749 (2012).